Was bedeutet der EU AI Act eigentlich für ein Qualitätsteam, das schon heute mit KI-Werkzeugen arbeitet? Diese Frage stand im Zentrum eines Impuls-Workshops, den ich gemeinsam mit Stefan Schweizer bei der TQU GROUP gestaltet habe — und die Antworten lassen sich auch ohne Teilnahme direkt nutzen.

Warum der EU AI Act für Qualitätsmanager jetzt relevant wird

Sobald KI beim Bewerten von Reklamationen, 8D-Reports oder FMEAs mithilft, stellt sich unweigerlich die Frage: Was davon fällt unter den EU AI Act, und was heißt das für den Arbeitsalltag? Die wichtigste Erkenntnis für die Praxis: Es geht selten um komplizierte Paragraphen, sondern meist um zwei einfache Fragen — Wissen die Mitarbeitenden, dass und wie KI im Prozess mitwirkt? Und bleibt die fachliche Entscheidung nachvollziehbar bei einem Menschen? Wer diese beiden Punkte im eigenen Prozess sauber beantworten kann, ist schon auf einem guten Weg.

Praxis statt Theorie

Am meisten bewegt hat im Workshop nicht die Erklärung von KI, sondern das direkte Ausprobieren konkreter Werkzeuge — von der Strukturierung einer Reklamation bis zur Bewertung eines Prüfberichts. Genau dieses Prinzip trägt auch unsere Arbeit bei KIundQ: KI wird erst dann nützlich, wenn ein Qualitätsteam direkt am eigenen Fall sieht, wie ein Werkzeug wie zum Beispiel ein KI-Agent Schritt für Schritt zu einer nachvollziehbaren Einschätzung kommt.

KI-Agent-Architektur als Beispiel für ein Werkzeug, das Schritt für Schritt zu einer nachvollziehbaren Einschätzung kommt
Beispiel für ein im Workshop gezeigtes KI-Werkzeug

Was Sie direkt mitnehmen können

  • Fangen Sie dort an, wo der Schmerz konkret ist — etwa bei wiederkehrenden Reklamationen — statt KI flächendeckend einzuführen.
  • Lassen Sie die fachliche Entscheidung beim Menschen. KI liefert die Struktur und den Vorschlag, Ihr Team liefert das Urteil — das macht die EU-AI-Act-Frage nach der menschlichen Aufsicht in der Praxis meist leicht beantwortbar.
  • Fragen Sie frühzeitig, wie ein KI-Werkzeug einzuordnen ist, bevor es breit ausgerollt wird — das erspart später Nacharbeit.

Danke an die TQU GROUP fürs Ausrichten und an alle Teilnehmenden für die kritischen Fragen — davon habe ich mindestens genauso viel mitgenommen wie sie. Mehr Eindrücke im LinkedIn-Beitrag zum Workshop.

Wie sich diese Prinzipien in einem konkreten Werkzeug niederschlagen, zeigt der FMEA Moderator.